Deutsche Segelflugmeisterschaft Clubklasse 2026

Burg Feuerstein, Germany,   June 10, 2026 – June 26, 2026

Vollgas auf der Feuerstein-Autobahn

Guten Abend vom Feuerstein!

Was für ein Tag. Basis bei 2.800, stellenweise 2.900 Metern, 16 Grad da oben — und eine Luft, die so trug, dass einer im Endanflug von minu 600 Metern auf 300 plus ohne kreisen ankam. Vier Stunden über Franken und die Oberpfalz. „An so einen guten Wettbewerbstag kann ich mich kaum erinnern", sagt Matthias Greiner. Thermikparadies Franken, wie aus dem Lehrbuch.

Und vorne wieder er. Uwe Wahlig gewinnt auch den vorletzten Tag — 112,9 km/h, 457 Kilometer weit gedehnt, schneller als alle. Wieder nicht oben auf der klassischen Linie und nicht die östliche Spur über Erbendorf, sondern tief durch die Oberpfalz, knapp am Luftraum Grafenwöhr vorbei. Und das Schönste: Im letzten Bart hatte er sich schon abgefunden — erst nur 1,8, gemütlicher Endanflug, innerlich abgehakt. Doch ab einer bestimmten Höhe rumpelte es, der Bart legte zu, bis 3,5. Nicht der Schnellste? War er dann doch. Zum zweiten Mal in Folge.

So ein Tag lud einfach zum Durchladen ein: die besten Linien finden, draufbleiben, laufen lassen — die Autobahn der Fliegerei, die vom Feuerstein nach allen Seiten offensteht. Und doch — selbst auf dieser Autobahn machte am Ende eine Nuance den Sieger. Der eigentliche Held des Tages wurde nämlich nur Zweiter. Und das ist die schönere Geschichte.

Matthias Greiner stieg gut — und flog obendrein im Vorflug rund 10 km/h schneller als der Rest. Auf vier Stunden sind das gut 40 Kilometer Vorsprung, den die anderen erst mit besserem Steigen aufholen müssten. Dazu der Plan vom Morgen, exakt umgesetzt: als Letzter ab, die Vorausgeflogenen unterwegs als Bojen eingesammelt, nicht durch den engen Zwickel zwischen Grafenwöhr und Nürnberg zurück. „Bin als Letzter los und hatte erstmal niemanden vor mir." Dann holte er sie ein, einen nach dem anderen.

Bitter wurde es trotzdem — gleich zweimal. Bei Grafenwöhr, direkt an der Luftraumkante, stand ein „monströses Ding". Schon am Rand, wo Matthias kurbelte, zog es mit über drei Metern — nur war das gefühlt längst nicht das Zentrum, das lag schon im Sperrgebiet, da durfte er nicht ran. Bleibt die Frage, wie brutal der Kern sein muss, wenn am bloßen Rand schon drei Meter stehen. Diese Ohnmacht kennt jeder Streckenflieger: Da geht es richtig hoch, und du darfst nicht hin. Und ganz am Schluss der Endanflug, drei, vier Minuten zu früh gestartet, bei Kilometer 80 schon mit zu viel Energie heimwärts. „Ich hab den Endanflug verkackt", sagt er selbst, ganz nüchtern — gut ein km/h auf vier Stunden. Und genau 0,6 km/h fehlten ihm am Ende zum Tagessieg. Der perfekte Tag war an diesem Abend der zweitbeste.

Daniela Wilden, im Team mit Caro, machte vor, wie man sich aus dem Getümmel heraushält. Nach der Taktik vor dem Start gefragt, kam zuerst: „Gute Musik hören." Dann der Plan — spät ab, das eigene Ding, die Mitbewerber bewusst ausgeblendet: „Wir fühlen uns als Team stark genug." Ein kleiner Patzer ausgerechnet über der Heimat Bayreuth, dafür ein Endanflug zum Niederknien, letzter Bart über drei Meter, dann mit 180 heim. Und die ehrlichste Zeile des Abends über den Mann an der Spitze: „Frustrierend, wenn man auf gleicher Höhe mit Uwe ist — zwei Kilometer weiter ist er 200 Meter höher, und keiner weiß, wie er das gemacht hat."

Einen erwischte es dagegen hart. Leon Bohnenkamp, gestern noch Gesamtzweiter, kam nach starkem erstem Schenkel — 108er Schnitt im Bayerischen Wald — nie wieder richtig nach oben, blieb tief, sah den Thüringer nur aus der Ferne und fällt im Klassement auf Rang sieben zurück. So sind diese Tage manchmal. „Morgen ist ja noch ein anderer Tag", sagt er achselzuckend. Stimmt genau.

Oben zieht Uwe Wahlig mit 6.430 Punkten weiter davon, jetzt 517 vor dem leisen Aufsteiger Justus Sander, der sich klammheimlich auf Rang zwei geschoben hat. Dahinter Greiner, Schmoranzer und ein ganzes Knäuel: Die Plätze zwei bis acht liegen in nur 227 Punkten. Morgen fällt die Entscheidung. Wie die letzte Aufgabe aussieht, ist noch offen — die Sportleitung würde das Feld gern einmal um Nürnberg herumschicken, die Piloten wünschen sich vor allem das eine: Wolkenthermik statt Blauthermik, egal wohin. Für Uwe geht es um die Krone, für alle anderen um jeden einzelnen Platz dahinter. Diese Tabelle bleibt wirklich bis zum letzten Bart mit Bleistift geschrieben, spannend.

Bis morgen...Finale!

Written by: Christian Maex on June 25, 2026 at 10:00 PM.

Latest winner

1. Christopher Hanson 115.31 km/h
2. Andreas Friedel 114.37 km/h
3. Robin Forster 111.81 km/h
Updated: 6/26/26, 6:36 PM

Latest task

Task 12, Jun 26, 2026
Task distance: 370.06 km
Updated: 6/26/26, 3:58 PM